Ankern in Reedville

Bevor es weitergeht, haben wir uns noch ein paar ruhige Tage in Reedville vor Anker gegönnt. Der Platz ist sehr geschützt, nicht eng, auch nicht zu flach, mit genügend Platz zum Drehen je nach Wind und ohne dabei jemandem im Weg zu sein. Die Aussicht ist auch nett, was will man mehr!

Den ersten Tag haben wir erstmal mit Fehlersuche verbracht – wir wollten wissen, warum wir nicht mehr schalten können. Der Super-Gau wäre natürlich ein kaputtes Getriebe! Nachdem wir klären konnten, dass wir den Motor auch eingekuppelt starten können und in Deltaville (unserem nächsten Ziel) auf Hilfe beim Anlegen hoffen können, war schonmal geklärt, dass wir auch so weiter kommen. Der richtige Hinweis kam aus Suriname von der AKKA (danke euch beiden!!) – der Bowdenzug zum Getriebe hat sich festgefressen. Nachdem er unten ausgehängt war, ließ sich direkt butterweich schalten. Unser Konto hat hörbar aufgeatmet, der Bowdenzug ist doch deutlich günstiger als ein neues Getriebe!

Mittags waren wir dann mit Aufräumen fertig, der Urlaub konnte beginnen. Wir haben viel gelesen, irgendwie sind wir da in letzter Zeit beide nicht so sehr dazu gekommen. Samstag bekamen wir Besuch, Sonntag waren wir zum Eisessen unterwegs und heute war Regen angesagt, also genau der richtige Tag, uns unserem Getriebe zu widmen. Wir wollten etwas basteln, wie wir die Schaltung doch noch ins Cockpit umleiten können – hat aber leider nicht geklappt. Ein Holzstab als Verlängerung konnte leider genauso wenig die erforderliche Kraft umleiten, wie eine Konstruktion mit Leinen. Nun gut, dann wird der Motor eben erst gestartet, wenn der Anker fast oben ist und wir fahren gaaaaaanz langsam in die Box.

Jetzt aber – Flag Ponds Nature Park

Heute war der Flag Ponds Nature Park geöffnet und es war wieder schönes Wetter (nachdem gestern abend zwei kräftige Gewitter durchgezogen sind), also haben wir noch einen Versuch gestartet. Und der hat sich gelohnt! Im Gegensatz zu gestern haben wir mehr Natur inkl. entsprechender Tierwelt gesehen (die Aussage gestern dazu war: „kein Problem mit Insekten auf dem Gelände – wir sprühen“). Nachteil dabei sind dann ein paar Stiche, aber dafür gab es Schmetterlinge, Libellen, Schildkröten, Schlangen, drei plantschende Otter (vermuten wir, die waren weit weg, aber es soll da welche geben), etliche Fische und diverses, was eben so durch den Wald fliegt und krabbelt.

Das ganze in einem schönen, grünen, saftigen Wald mit toll gepflegten Wegen und einigen Tafeln zur Erläuterung der Umgebung. Am Schluss waren wir noch kurz am Strand (unsere Muschelsammlung wurde schon länger nicht mehr erweitert) und dann sind wir nach einem wirklich ausgiebigen Waldspaziergang wieder zurück zu Kassiopeia. Glücklicherweise war der Park gestern zu, so sind wir zu zwei Ausflügen gekommen 😉

Jefferson Patterson Park and Museum

Endlich wieder Sonne! Die letzten Tage war es grau in grau mit Nieselregen oder mehr und dazu passenden Temperaturen. Nicht sehr angenehmen, entsprechend wenig waren wir unterwegs. Heute haben wir die endlich wieder scheinende Sonne ausgenutzt – so ganz eigentlich war ein Ausflug zum Flag Ponds Nature Park geplant, der war aber zu. Wieder zurück zu Kassiopeia wollten wir nicht direkt, also haben wir uns umgesehen, was noch so in der Nähe ist und haben Jefferson Patterson Park and Museum entdeckt. 

Im Infocenter wurden wir gleich mit einer Karte zu den Trails versorgt, noch dazu wurde uns direkt eine Führung im zugehörigen archäologischen Institut ans Herz gelegt. Bis zur Führung war es noch ein wenig Zeit, also sind wir ein Stück spazieren gegangen. Die Führung dann später war sehr interessant! Außer uns kam niemand, somit erhielten wir eine Privatführung von Christa aus München. Leider war sie schon zulange in USA und ihre Deutschkenntnisse waren nicht mehr auszubuddeln, somit war die Führung auf englisch. Der Parkbesuch inklusive Führung waren übrigens gratis!

Wir hatten beide eigentlich keine richtige Vorstellung, was uns erwartet und bekamen einen Einblick in die Arbeitsweise beim Sortieren, Präparieren, Konservieren und Katalogisieren von Fundstücken. Von kleinen wie Scherben oder Splittern bis zu Kanonen oder Teilen einer Dampfmaschine. Und wir haben gelernt, dass Archäologie durchaus die neuere Zeit einschließt – bis auf wenige Exponate war alles entweder importiert (z.B. spanische Ölamphoren, deutsche Keramik) oder Kriegsgerät aus dem Bürgerkrieg.

Betty in Baltimore

Wenn man mit dem eigenen Boot in US-amerikanische Gewässer einreist, erhält man eine sogenannte Cruising Licence. Diese erlaubt, sich für ein Kalenderjahr beliebig in US-Gewässern aufzuhalten, überall wo man möchte. Man muss nur bei Standort- bzw. Bundesstaatswechsel kurz telefonisch bescheid sagen. Das ganze ist recht einfach und auch kostengünstig, wir haben letztes Jahr einmalig $18 bezahlt. Ohne Lizenz oder wenn sie abgelaufen ist, kostet es bei jedem Standortwechsel (zu dem man sich melden muss) denselben Betrag (so unsere Information). Jetzt wollen wir uns demnächst mit Kassiopeia bewegen, ihre Lizenz ist aber seit Anfang April abgelaufen.

Und nun kommt Betty in Baltimore ins Spiel. Man bekommt nämlich so ganz eigentlich nur eine neue Lizenz, wenn man inkl. Boot für mindestens zwei Wochen das Land verlassen hat. Wir hörten von unterschiedlichen Seglern, dass Betty da etwas großzügiger ist, also sind wir heute nach Baltimore gefahren und haben die Zollbehörde besucht. Und wir haben Betty zwar gesehen (eine sehr herzlich wirkende Frau mit einem kunterbunten Schreibtisch), aber gar nicht gebraucht: ihre beiden Kollegen haben uns ohne großes Brimborium ganz einfach eine neue Lizenz ausgestellt, für die wir noch nicht mal zahlen mussten. Die Einlasskontrolle zur Behörde hat länger gedauert als der komplette Rest.

Wunderbar, somit war noch genug Zeit, ein wenig am Hafen entlang zu schlendern und das perfekte Wetter zu genießen. Baltimore gefällt uns gut, architektonisch wirklich schön und gerade das Gebiet um den inneren Hafen ist sehr angenehm gestaltet. Preislich ist es nicht so ganz unsere Liga, ein Parkplatz für knapp fünf Stunden ist nicht unter $30 zu bekommen und z.B. der Eintritt ins Aquarium ab $25 oder in die im Hafen liegenden historischen Schiffe ab $15 finden wir einfach ein wenig teuer. Den Spaziergang in der Sonne gab es gratis!

Endspurt

Unsere Zeit in Yaruquíes geht langsam aber sicher zu Ende. Unser Taxi nach Quito für morgen ist längst bestellt und wir haben angefangen, unsere Rucksäcke zu packen. Eine extra Tasche für Souvenirs haben wir auch schon vor einer Weile gefunden, ohne würden wir wohl für die Rucksäcke das Gewichtslimit im Flieger überschreiten und ein zusätzliches Gepäckstück kostet nur $35…

Unsere letzten Stunden Englisch-Unterricht und in der Küche hatten wir bereits, von neuen und sehr lieb gewonnenen Freunden haben wir uns auch schon verabschiedet. Letzten Donnerstag wurden wir von der Schule offiziell verabschiedet, natürlich haben auch wir uns verabschiedet (mit selbstgebackenem Brot mit Kräuterquark – yummie!) und morgen sind wir dann tatsächlich das letzte Mal beim Mittagessen dabei, bevor wir abgeholt werden.

Ein wenig was haben wir in die letzten Tage noch „erledigt“ – Michl hat mit den Schülern einen original „Strudel de Manzana“ (Apfelstrudel) nach Rezept meiner Mutter gebacken, der allgemein extrem gut ankam (das Rezept war sehr gefragt). Ein paar Tage zuvor hat Richard (der Ausbilder in der Küche) im Unterricht noch Cuy zubereitet, das wir probieren durften – sehr fein. Und das selbstgebackene Brot war uns irgendwie auch noch ein Anliegen gewesen.

Einerseits freuen wir uns jetzt doch auch wieder sehr auf Kassiopeia – aber unter anderem das fröhliche Lachen hier in der Schule werden wir doch sehr vermissen!

von 0 auf 5000

in zwei Tagen. Und zwar Meter über dem Meeresspiegel. Heute hat uns nämlich Mario, der Mann von Janeth, der Directora der Schule, zusammen mit drei seiner Kinder zum Chimborazo mitgenommen. Wir sehen den höchsten Berg Ecuadors ja nun seit wir hier sind fast täglich (er lässt sich nicht immer blicken), aber so richtig nah sind wir ihm noch nicht gekommen. Man kann ein gutes Stück hochfahren, wobei das Auto mit der dünnen Luft mehr und mehr zu kämpfen hat. Bis zum Refugio Carrel auf 4850m ü.NN. (das ist 40m höher als der Gipfel vom Mont Blanc) geht es motorisiert, danach heißt es laufen und schnaufen. Vor dem Aufstieg haben wir uns mit einer Tasse Mate de Coca gestärkt, die gute Wirkung in Höhenlagen hatten wir ja bereits in Bolivien kennenlernen dürfen.

Wir haben es alle nicht bis zum Refugio Whymper auf 5050m ü.NN. geschafft, bei knapp über 5000m ü.NN. war Schluss. Es war ziemlich zugezogen, die Aussicht wäre somit nicht viel besser gewesen. Und auch wenn die paar Höhenmeter nicht wirklich viel klingen – bei der dünnen Luft joggt man die nicht mal so eben hoch. Wir haben noch einen Schneemann gebaut, irgendwie wollten wir etwas nettes zurücklassen 🙂

Auf dem Heimweg haben wir noch bei der ältesten Kirche Ecuadors angehalten und einen Zwischenstopp an der Laguna de Colta gemacht. Wir sind an der Laguna zwar inzwischen schon ein paarmal vorbei gefahren, jedoch hatte es immer geregnet. Heute hatten wir Glück!

Desfile de la Alegría

Und kaum waren wir wieder zurück in Yaruquíes, sind wir schon wieder nach Riobamba gefahren. Im Rahmen der Fiestas de Riobamba fand der Desfile de la Alegría – der Umzug der Freude statt und „unsere“ Schule hat natürlich wieder daran teilgenommen. Im Gegensatz zum letzten Umzug war das Wetter bestens, jetzt allerdings schon fast mit zuviel Sonne. Mittags ist sie ja besonders stark und kurz vor 12Uhr sind unsere Stelzenläufer gestartet. Es war ein riesiger Andrang, die komplette Strecke war dicht gesäumt von Menschen. Die einzelnen Gruppen waren etwas fantasievoller als beim letzten Umzug, es waren aber auch mehr als doppelt so viele!

ein Tag am Strand

Schon seit einer Weile hatten wir überlegt, wann und vor allem wohin wir noch an die Küste fahren. Und irgendwie hat uns noch das richtige Ziel und vielleicht auch der letzte Anstoss gefehlt. Da wir ja nun aber bereits in zwei Wochen wieder zurück in den USA sind (die Zeit ist nur so davon galoppiert…), gibt es nicht mehr viele Gelegenheiten. Gestern haben wir sie dann genutzt: mit dem Nachtbus sind wir Donnerstag auf Freitag nach Santa Elena gefahren, anschließend weiter nach Puerto López. Da kamen wir passend früh am Strand an, die Fischer kamen mit ihrem Fang zurück und haben fleißig verkauft. Schön, so ein Spektakel 🙂

Wir haben was zum Frühstück gefunden, sind ein wenig durch die Straßen und entlang der Promenade gebummelt und mittags gab es Fisch frisch zubereitet bei den Fischern am Strand. Und natürlich haben wir auch unsere Füße in Sand und Pazifik gesteckt! Da wir den Sonnenuntergang nicht nur so nebenbei aus dem Bus sehen, sind wir nachmittags schon zurück nach Santa Elena gefahren und haben uns einen Sundowner im Farallón Dillón gegönnt. Nach Reiseführer klang das angeschlossene Museum interessant und ein wenig skurril (was wir bestätigen können), außerdem ist die Aussicht aufs Meer von dort einfach fantastisch.

im Oriente – dem Amazonasgebiet

Über Ostern haben wir uns einen kleinen Urlaub gegönnt. Und nachdem wir es bisher in all der Zeit in Südamerika nicht geschafft haben, wurde es auch endlich Zeit, ins Amazonasgebiet zu fahren. Wir waren in der Liana Lodge in der Nähe von Tena, am Río Arajuno, einem Nebenfluss des Río Napo. Von Riobamba aus ist Tena mit dem Bus in etwa fünf Stunden zu erreichen, von dort fährt man mit einem Regionalbus weitere 1,5h und wird dann mit einem Boot abgeholt. Die Lodge liegt mitten im Regenwald, es führt keine Straße direkt hin. Strom gibt es nur an der Rezeption, in der Küche und an der Bar, die einzelnen Cabañas werden mit Kerzen beleuchtet. Die Lodge ist Teil eines Schutzgebietes, das den Erhalt des Regenwaldes fördert, nähere Infos hier.

Wir hatten zwei ganze Tage in der Lodge, somit war auch genug Zeit für ein paar der angebotenen Touren. Wir haben uns für die zum Ceibo (dem größten Baum der Umgebung), auf die gegenüberliegende Insel Anaconda, in den AmaZOOnico und zum Fluss Rodriguez entschieden. Die Touren werden von Indigenen aus der Umgebung geleitet, wir hatten das Vergnügen mit Felix und Angél – zwei sehr gute Guías. Sie haben uns viele Pflanzen gezeigt und erklärt, uns sicher durch den Wald geführt und alles, was wir so an Fragen hatten, beantwortet. Der Regenwald hat seinem Namen alle Ehre gemacht – es hat zwischendurch nur so geduscht, zudem ist die Luftfeuchtigkeit enorm. Unsere T-Shirts vom Samstag waren Montag noch nicht trocken, obwohl wir sie regengeschützt aufgehängt hatten.

Die eigentlich doch recht kurze Zeit haben wir sehr genossen, die Lodge liegt einfach herrlich! Und so ein paar Tage ohne Computer, Strom und Internet sind ziemlich entspannend. Noch dazu: wann hat man schon drei Candle Light Dinner am Stück? 

Día del Maestro de Ecuador

Das ist ein Tag, der hier in den Schulen sehr ernst genommen wird, ganz besonders in der Unidad Educativo Kolping (wir können nicht beurteilen, wie das genau in anderen Schulen gehandhabt wird, denken aber eher, dass der Tag nicht ganz so ernst genommen wird). Gestern abend wurden alle Maestros (wir eingeschlossen) schon gefeiert – Eltern und Schüler haben einen Abend organisiert, an dem es ein paar Reden gab, Musik mit Tanz und etwas zu essen. 

Hauptinhalt der Reden war, dass Lehrer eine große Verantwortung tragen. Sie sind die, die die Kinder und Jugendlichen zu verantwortungsvollen Menschen machen, die durch Bildung die Gesellschaft mitbestimmen und die Zukunft gestalten. Eltern und Schüler haben sich dafür bedankt, dass die Maestros in der Kolping-Schule dies mit viel Engagement und Freude machen, und sich ihrer Verantwortung durchaus auch bewusst sind.

In etwa diesem Sinne ging es heute weiter – da schulfrei war schon ab vormittag. Es ging bis Penipe, ungefähr auf halbem Weg nach Baños, in eine noch nicht eröffnete Pension. Wir haben etliches an Spielen unternommen, eine kleine Wanderung zu einem Fluss, es gab ein paar Reden und individuelle Geschenke und selbstverständlich auch ausreichend zu essen! Es war ein sehr schöner und lustiger Tag, schön, dass wir dabei sein durften!

Text auf der Einladung für heute: „No es mejor meastro el que sabe más… sino el que enseña con amor y dedicación a sus alumnos – Es ist nicht der Lehrer am besten, der mehr weiß… sondern der, der mit Liebe und Hingabe unterrichtet.“

Nariz del Diablo

Wir sind ja eigentlich nicht so sehr die Freunde von konzentrierten Touristenveranstaltungen. Aber eine musste heute dann doch sein. Wir hatten schon viel von Nariz del Diablo gehört und es waren sich alle darin einig, dass es ein lohnendes Ziel ist. Also haben wir in den sauren Apfel gebissen und uns gestern die Tickets für den Zug für die Tour gekauft. Anders kommt man nämlich nicht hin. $32 pro Person haben sie gekostet, im Verhältnis zu den sonstigen Lebenshaltungskosten hier ein sehr stolzer Preis.

Die zweistündige Busfahrt nach Alausí kam da schon eher unserem Geldbeutel entgegen, über $2,35 können wir nicht klagen. Allein die Busfahrt war schon schön, es ging ein Stück über Guamote, wo wir beim Markt waren, hinaus und wurde immer grüner. Herrlich! Leider war das Wetter nicht so ganz optimal, es war ziemlich neblig. Aber das kann ja auch eine besondere Stimmung geben.

Die Zugfahrt war dann aber tatsächlich ein Highlight! Eine unglaublich beeindruckende Landschaft, grüne Hügel, ein Tal, das wirkt, als ob nie jemand da gewesen wäre und eine sehr beeindruckende Streckenführung. Es sind insgesamt nur 12km, die aber besonders im letzten Abschnitt kurz vor Sibambe sehr steil abfallen. Der Zug fährt eine Zickzack-Linie und wechselt zweimal die Richtung, für Serpentinen ist nicht genug Platz. 

Das Stück ist Teil der Verbindung von Quito nach Guayaquil an der Küste, die um 1900 gebaut wurde. Ausschnitt aus wikipedia dazu: Die Eisenbahn galt als die schwierigste der Welt. Insbesondere der Andenanstieg an der Nariz de Pistishi, die später Nariz del Diablo (Teufelsnase) genannt wurde, der 1901 gebaut wurde, ist eine Meisterleistung. In mehreren Spitzkehren werden 500 Höhenmeter überwunden. Aufgrund des schwierigen Geländes und infolge des Termindrucks zur Fertigstellung ereigneten sich an den Baustellen tödliche Unfälle. Schließlich weigerten sich die ecuadorianischen Arbeiter, weiterhin ihr Leben zu riskieren. Daraufhin wurden 4.000 Eisenbahnarbeiter aus Jamaika angeworben. (hier der ganze Artikel zum Schienenverkehr in Ecuador).

Pregón de fiestas de Riobamba 2017

Schon seit drei, vier Wochen haben etliche Schüler fast aller Altersstufen vorbereitet und äußerst fleißig geprobt. Wir haben alles live mitbekommen, da ja unser Zimmer auf den Schulhof geht. Es wurden Stelzen gebaut, Tänze geprobt und Verkleidungen konstruiert. Alle haben mit den Stelzen unheimlich viel geübt und sind damit durch das ganze Dorf hier gelaufen. Die Straßen hier sind teils aus Kopfsteinpflaster und und auch recht uneben, die perfekte Vorbereitung auf die Straßen in Riobamba. Zusätzlich wurden noch Tanzschritte eingeübt, die zwei Lieder „De Donde Vengo“ (Woher komme ich) und „Chucha Karajo“ liefen nachmittags rauf und runter.

Heute war es dann so weit – im April sind die Fiestas de Riobamba und eine der Auftaktveranstaltungen ist der Pregón. In diesem Fall war es ein Umzug durch Riobamba, als Teilnehmer konnten sich die Schulen der Stadt melden. 23 Teilnehmer waren es insgesamt und „unser“ Colegio Kolping war natürlich dabei! Rechtzeitig vor dem Start waren alle da, haben sich umgezogen und ziemlich herausgeputzt. Die Aufregung war natürlich auch groß!

Endlich ging es los und die Schüler sind durch die Straßen getanzt. Insgesamt gut zwei Stunden waren sie unterwegs und zwischendurch hat es auch noch geregnet. Aber fast alle haben durchgehalten, nur für zwei war es zu anstrengend – und die beiden waren unheimlich traurig darüber. Für uns waren sie alle Helden! Allein die Vorbereitung war anstrengend und hat viel Zeit benötigt und der Umzug als Höhenpunkt hat alle Anstrengungen nochmal getoppt!

Spenden für das Colegio Kolping

So langsam haben wir doch einen intensiveren Einblick in die Schule bekommen, auch von anderen haben wir den für uns guten Eindruck bestätigt bekommen. Die Lehrer sind motiviert und kümmern sich gut um die Kinder, durch die Werkstätten und verschiedene Projekte wie zum Valentinstag, an Fasching und zum internationalen Tag der Frau werden die Kinder und Jugendlichen auch nicht nur schulisch, sondern kreativ und individuell gefördert. Insbesondere die Ausbildung in den Werkstätten ist einzigartig für Ecuador. Die Schüler nehmen dafür teilweise eine Anreise von 1,5h pro Richtung auf sich!

Wir bekamen schon die erste Nachfrage, ob und wie man denn spenden kann, vielleicht will ja der ein oder andere weitere dem Colegio etwas Gutes tun. Eine dabei wichtige Frage ist natürlich auch: welcher Anteil der Spende kommt im Colegio an? Wie viel bleibt bei den Sternsingern in der Verwaltung hängen? Die Antwort von Gabriele Errerd, der Kontaktfrau in Deutschland zum Colegio, dazu:

„Für unser Projekt gilt: alles, was auf unser Projektkonto gespendet wird, wird vom Kindermissionswerk nach Möglichkeit sogar ERHÖHT und geht dann vierteljährlich direkt an die Schule. Voraussetzung ist, dass bei der Überweisung der Verwendungszweck P11 0217 003 korrekt angegeben wird.

Durch die Projektpartnerschaft mit dem Kindermissionswerk haben wir definitiv gar keine Verwaltungskosten. Alles, auch die teuren Überweisungskosten nach Ecuador, trägt das Kindermissionswerk, das berührt in keinem Fall die Spenden auf unserem Projektkonto. Diese glückliche Konstellation kommt dadurch zustande, dass das Kindermissionswerk unsere Spender nicht „suchen“ muss – sie kommen durch meine Werbung/durch eure/durch Werbung von vielen anderen Menschen, die absolut ehrenamtlich für das Projekt arbeiten.

In meine Hände kommt nicht ein Cent an Spenden, ich trage alle Auslagen, die ich für die Adolfo-Kolping-Schule habe, selbst – genauso wie andere Ehrenamtliche auch. Ich bin KEINE Mitarbeiterin des Kindermissionswerkes, nur Kontaktperson. Wegen Datenschutz erhalte ich auch niemals Auskünfte über Einzelspenden.

Hier nochmals die Bankverbindung:

Kindermissionswerk „Die Sternsinger“
IBAN : DE95 3706 0193 0000 0010 31
BIC : GENODED1PAX
Verwendungszweck unbedingt angeben:
P 11 0217 003 Schule Riobamba

Das Kindermissionswerk hat natürlich Verwaltungskosten, das kann man auf der Homepage nachschauen (www.sternsinger.de). Diese werden aus den Sternsinger-Aktionen finanziert, aber NICHT aus den Projektkonten genommen.“

Sehr empfehlen können wir noch zwei Links, in denen über die Schule berichtet wird: Badische Zeitung und Lukasgemeinde Inzlingen. Bei weiteren Fragen helfen wir natürlich gerne weiter oder wir stellen auf Wunsch Kontakt zu Gabriele Errerd her.

Wochenend und (wenig) Sonnenschein

Die Wochenenden planen wir hier normalerweise nicht so durch, es ist auch schön, einfach mal die Füsse hochzulegen und Zeit für was Spontanes zu haben. Spontan war dann der Samstag. So ganz eigentlich wollten wir nur in die Stadt zum Stand von El Molino fahren und unseren wöchentlichen Einkauf an Gemüse und Milchprodukten machen. Wir bekamen aber spontan eine Mitfahrgelegenheit, weil Daniel (einer der Lehrer) etwas in der Schule zu tun hatte und gerade auch fertig war. Unterwegs hat er uns gefragt, ob wir nicht Lust hätten, dann noch mit zum Eisessen nach Salcedo zu fahren. Nachdem wir nichts weiter vorhatten, haben wir spontan ja gesagt.

Es war uns nicht so ganz bewusst, dass Salcedo auf halber Strecke nach Quito liegt, also in etwa 1,5h Entfernung (es werden eigentlich immer Zeiten für Entfernungen angegeben, keine km. Je nach Straßenzustand kann man 20km in 20min oder 2h zurücklegen). Aber die Fahrt war angenehm, wir konnten uns gut unterhalten, die Gegend genießen und zwischendurch ein äußerst leckeres Eis essen. Salcedo ist bekannt dafür, der ganze Ort ist voll von Läden, wo man welches bekommt. Hier ein Video, wie es hergestellt wird! 

Gestern haben wir dann etwas unternommen, was wir schon länger machen wollten, den Besuch des Museums Pucará Tambo, ein paar Kilometer außerhalb. Wir hatten ja ziemlich am Anfang schonmal einen Versuch unternommen, da war es uns zu weit und zu sehr bergauf – diesmal haben wir gleich ein Taxi genommen. Vormittags dachten wir schon, dass es nichts wird mit dem Ausflug, es hat mal wieder geregnet, irgendwann sind wir dann doch los. Leider hat uns der Regen eingeholt und es war ein sehr nasser Besuch des Geländes. Somit haben wir eigentlich nur das Museum mit der Ausstellung über verschiedene Kunsthandwerke richtig angeschaut. Es waren originale Webstühle zu sehen, Bilder über das Färben der Wolle und verschiedene Ponchos.

Schulausstellung

Gestern war in Riobamba eine Veranstaltung, bei der sich alle Schulen der Umgebung vorstellen konnten. Es haben nicht alle teilgenommen, wir (also die Escuela Kolping) schon. Bereits am Dienstag haben wir ein Brot für die Veranstaltung gebacken, gestern früh wurde dann noch alles auf verschiedene Autos geladen, in die Stadt gefahren und aufgebaut. Das Thema waren generell Pflanzen, es gab die Kategorien Dekoration und Medizin. Unser Thema war die Medizin, und das am Beispiel Tomillo – Thymian. Es gab einen Dipp, Shampoo, Tee, besagtes Brot und die Kinder hatten Texte vorbereitet, die allen interessierten Zuhörern vorgetragen wurden. Zur Einleitung hatten Schülerinnen und Schüler eine Tanz- und Akrobatikvorführung einstudiert. Die kam sehr gut an, auch bei den Vorträgen war unser Stand immer voll.

Allerdings waren die anderen Stände auch nicht ohne! Es wurde teilweise erheblicher Aufwand betrieben, manche Stände waren außerordentlich kreativ geschmückt und Interessierten wurden noch Kleinigkeiten zum Mitnehmen in die Hand gedrückt. Toll, was die Kinder alles gemacht haben! Wir sind sogar ausgezeichnet worden – erster Preis für die beste Präsentation!